Handball Sperrenabwehr

Durchlaufen · Drübergehen · Switchen · Alle Sperrentypen

Sperren im Handball gehören zu den wirkungsvollsten Angriffsmitteln. Als Abwehrspieler gibt es drei Möglichkeiten, damit umzugehen: Durchlaufen (hinter dem Sperrer her), Drübergehen (zwischen Sperrer und Ballführer) oder Umsteigen (Switchen mit dem Kollegen). Diese Übungen schulen das Erkennen und die richtige Reaktion.

Sperren-Erkennung – Statische Grundform

Abwehr8 Min.Gruppen à 3Ab U14

Aufbau: 3 Angreifer, 2 Abwehrspieler. Angreifer stellen verschiedene Sperrentypen ein – Abwehr lernt die Reaktion.

  1. Sperre vorne: Sperrer stellt sich direkt in den Laufweg. → Abwehrspieler: Durchlaufen hinter dem Sperrer.
  2. Sperre von der Seite: Sperrer kommt aus dem Kreis. → Abwehrspieler: Drübergehen zwischen Sperrer und Ball.
  3. Rollende Sperre: Sperrer dreht sich nach der Sperre zum Tor. → Abwehr: Switchen und Sperrer markieren.
  4. Jede Sperrenform 5× üben, dann als freie Übungsform kombinieren.

Coaching-Cues: 'Sperre früh sehen – nicht warten bis sie steht!', 'Tiefe Grundstellung erleichtert das Durchlaufen!', 'Ansage an den Kollegen vor dem Durchlaufen!'

2:2 Sperrenabwehr mit Abschluss

Abwehr12 Min.Paare + TWAb U16

Aufbau: 2 Angreifer vs. 2 Abwehrspieler + Torwart. Angreifer führen verschiedene Sperrenaktionen aus und schließen ab.

  1. Angreifer dürfen 3 Sperrenaktionen bis zum Abschluss nutzen.
  2. Abwehrspieler entscheiden selbst über Reaktion (keine Traineranweisung).
  3. Auswertung nach jeweils 5 Durchgängen: Wie viele Tore? Welche Situation war schwierig?
  4. Variation: Nach Abwehr sofort Gegenstoß-Transition.

Coaching-Cues: 'Absprache vor der Aktion – nicht während!', 'Nie den Ball aus den Augen verlieren!', 'Abgewehrter Ball = sofort Gegenstoß!'

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer illegalen und legalen Sperre?

Eine legale Sperre: Sperrer steht ruhig mit geschlossenen Beinen, Arme am Körper. Illegal: Sperrer bewegt sich in den Laufweg (Laufsperre), streckt Arme aus, oder kommt von hinten. In der Praxis gibt es viele Grenzfälle – gutes Körpergefühl hilft beim Abwehren unabhängig von der Regelbeurteilung.

Wann ist Durchlaufen und wann Drübergehen besser?

Durchlaufen (hinter dem Sperrer) ist besser wenn der Angreifer wenig Platz hat und die Sperre nahe an der 6-Meter-Linie ist. Drübergehen ist besser bei Außen-Sperren oder wenn der Abwehrspieler gut positioniert ist und den direkten Weg zum Ball nehmen kann.

Wie sage ich als Abwehrspieler meinem Kollegen, dass ich durchlaufe?

Standardruf: 'Ich geh durch!' oder 'Ich bleib!' – Der Kollege muss den Angreifer dann übernehmen oder loslassen, je nach Vereinbarung. Klare, einfache Sprache ist entscheidend. Im Training Varianten einüben, damit es im Spiel automatisch abläuft.